BessereNoten dank Zmorge

ETH-Forscher fanden heraus, dass Schulkinder, die regelmässig frühstücken, leistungsfähiger sind als solche, die mit leerem Magen zur Schule gehen. Und die Frühstücker bleiben erst noch schlanker

Keine Zeit, keinen Hunger, keine Lust, allein zu frühstücken – es gibt viele Gründe, weshalb Schüler mit leerem Bauch zur Schule gehen. Das zeigt eine Umfrage bei gut 250 Schülern. Sie ergab aber auch Erfreuliches: Immerhin die Hälfte der Schüler frühstückt täglich, und knapp drei Viertel essen dreimal die Woche etwas zum Zmorge.

Dass das gut ist, beweist eine neue Studie der ETH Zürich: Kinder, die regelmässig frühstücken, sind nämlich deutlich schlanker, haben also einen tieferen Body-Mass-Index (BMI) als jene, die manchmal, nur am Wochenende oder fast nie an den Frühstückstisch sitzen. Und: Kinder, die regelmässig am Morgen etwas essen, erzielen bei drei von fünf Sporttests bessere Resultate als solche, die das Frühstück auslassen.

Wir gehen davon aus, dass Kinder, die frühstücken, sich besser konzentrieren können, wacher sind als die anderen und daher bessere Leistungen erbringen. Das gilt für die geistige wie auch körperliche Leistungsfähigkeit. Oder kurz gesagt: Wer frühstückt, lernt besser und rennt erst noch schneller.

Darum warnen Ernährungswissenschaftler schon länger vor dem Verzicht auf das Frühstück. Denn ein herzhaftes Morgenessen bietet noch mehr Vorteile. Das weggelassene Frühstück führt bei den Schülern nämlich dazu, dass bei mehr als einem Drittel der Kinder bereits nach der ersten, aber spätestens nach der zweiten Schulstunde kurz nach neun Uhr die Batterien leer sind und der Magen knurrt. Keine guten Voraussetzungen, um in einer Prüfung zu brillieren.

Energie fürs Gehirn

Kohlenhydrate sind fast Alleskönner. Sie werden vom Körper als Traubenzucker gespeichert und liefern so Nahrung und Energie für die Muskeln und das Gehirn – das rund ein Viertel der vom Körper verbrauchten Energie benötigt. Vor allem Getreideprodukte, Kartoffeln oder Gemüse liefern dauerhaft Kohlenhydrate, also Energie. Zwar ist auch Zucker gut für den schnellen Kick im Gehirn. Er treibt aber den Blutzuckerspiegel in die Höhe und ist schnell verbraucht. Ideal für einen klugen Tagesbeginn ist deshalb ein Frühstücksmix aus vielen verschiedenen Nährstoffen.

Koffein aus Kaffee oder Tee bringt übrigens die grauen Zellen in Schwung und erhöht bei Tests die morgendliche Denkfähigkeit.

Wichtig sind neben dem nahrhaften Zmorge auch sinnvolle Getränke, damit das wasserreichste Organ unseres Körpers – das Gehirn – auftanken kann. Denn ein Energie- und Flüssigkeitsdefizit schlägt sich immer zuerst im Gehirn nieder, also bei den geistigen Fähigkeiten wie Konzentration und Gedächtnis. Die Folge: Die Kinder werden reizbar, nervös und können sich nicht richtig konzentrieren.

MÜESLIRIEGEL

Ein "gesunder" Müesliriegel kann bis zu 50 Prozent Zucker enthalten – also pro Riegel 3 bis 4 Würfelzucker.

Da hilft es auch nicht, wenn in der grossen Zehn-Uhr-Pause ein Znüni geknabbert wird. Es ist kein Ersatz für ein vollwertiges Morgenessen. "Wir haben den Effekt des Znüni angeschaut, konnten jedoch keine so klaren Resultate wie beim Morgenessen feststellen", erklärt dazu die Studienleiterin "Gerade bei den Kindern, die die Tests vor dem Znüni durchführten, kam der Energieschub sowieso zu spät."

FRUCHTJOGHURT

In einem klassischen Fruchtjoghurt (180 Gramm) stecken je nach Sorte und Hersteller über 20 Gramm Zucker – etwa 5 Würfelzucker.

Ein weiteres Problem: Wenn in der grossen Pause der grosse Heisshunger kommt, greifen die Kinder öfter zu Süssigkeiten. Besonders schlecht ist es deshalb, dem Kind Geld statt eines anständigen Pausensnacks in die Hand zu drücken. Das verleitet dazu, am nächsten Kiosk einen Schokoriegel oder ein Pack Gummibärchen zu kaufen.

Die enthalten viel Zucker, aber ansonsten meist wenig bis keine gesunden Inhaltsstoffe. "Zucker liefert zwar Energie", so die ETH-Fachfrau, "dennoch sind stark zuckerhaltige Produkte ungünstig." Der Zuckerschub ist schnell verraucht und das Hungergefühl bereits nach kurzer Zeit wieder da. Es empfiehlt sich stattdessen Vollkorn- und Milchprodukte sowie Früchte – sowohl zum Zmorge wie auch zum Znüni.

Auch ein Getränk darf nicht fehlen. Ideale Brain-Drinks sind Milch, Wasser, Kräuter- oder Früchtetees, aber auch ein Fruchtsaft. Denn auch Wasser ist Hirnnahrung. Nicht angebracht sind Süssgetränke wie Limonaden, Colagetränke oder Eistee. Sie liefern zwar ordentlich Kalorien, machen aber nicht satt und verlangen bereits nach einer halben Stunde nach Nachschub.

GEZUCKERTE CORNFLAKES

Eine Portion Frosties (30 Gramm) enthält etwa 11 Gramm Zucker – also fast 3 Würfelzucker.

Anders Ovomaltine, die trotz hohem Zuckeranteil Bestandteil eines guten Frühstücks sein darf. Idealerweise gibt man eher wenig Ovi oder Schokoladenpulver zur Milch. Aber im vernünftigen Mass ist dagegen nichts einzuwenden. Und wenn ein Kind partout nichts essen mag, tut es auch ein Milchshake mit einer Banane oder andren Früchten. Das liefert ebenfalls Energie für den Schulmorgen.

ORANGENSAFT

Ein Glas Orangensaft (2.5 Deziliter) bringt es auf beinahe 30 Gramm Zucker – oder 7 Würfelzucker.

Der beste Start in den Tag ist ein breites Frühstücksangebot. Zucker liefert zwar rasch Energie mit vielen Kalorien, hat aber wenig Nährwert. Und schadet erst noch den Zähnen der Schulkinder. Was oft vernachlässigt wird: Denken verbraucht Flüssigkeit.

 


© Suuretaler Metzgli

zurück