Gute Laune durch Essen

So wichtig ist die Ernährung für unsere mentale Gesundheit

Essen ist ein grosser Bestandteil unseres Alltags. Wie stark es dabei unser Wohlbefinden beeinflusst, verrät eine ernährungspsychologische Beraterin.

Man ist, was man isst – so heisst es. Tatsächlich beeinflusst unsere Ernährung nicht nur unsere körperliche, sondern auch mentale Gesundheit. «Kohlenhydrate, egal in welcher Form, sind zuständig für gute Laune», Eine diplomierte ernährungspsychologische Beraterin und weiss, wie wichtig ein gesundes Verhältnis zu Essen ist.

So kann es bei Personen, die eine Diät machen, die die Zufuhr von nur wenig oder gar keinen Kohlenhydraten erlaubt, zu Dünnhäutigkeit bis hin zu leicht depressiven Verstimmungen kommen. «Solche Menschen sind oft schlecht gelaunt. Beginnen sie aber wieder normal zu essen, ändert sich das ganz schnell wieder.» Dabei müsse aber immer von ganz normalen Personen ausgegangen werden. Spitzensportler hätten beispielsweise während der Wettkampfphase, einen anderen Bedarf an Kohlenhydraten.

Die Auswahl machts

Laut der Expertin kommt es beim Essen vor allem auf zwei Dinge an: einerseits auf eine ausgewogene Kombination der wichtigen Nährstoffe und andererseits auf unsere Einstellung gegenüber dem Essen. «Wenn wir Essen als etwas Positives und Entspanntes sehen, als Teil von unserem Leben, dem wir gerne Raum geben, dann macht uns das glücklich».

Dass eine gute Auswahl an allen Nährstoffen auf dem Teller landet, ist ebenfalls von grosser Bedeutung. Denn Kohlenhydrate sind nur einer der Hauptinhaltsstoffe, die einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden haben. «Je breiter die Auswahl und Ausgewogenheit der Nahrungsmittel, die dem Körper angeboten wird, desto fitter und gesünder fühlt er sich an und desto besser geht es auch der Psyche», so die Expertin.

Was in der heutigen Zeit dabei viel zu oft vergessen gehe, sei die Beziehung zum eigenen Körper. «Die Leute sollten wieder mehr hinhören, sich selbst Zeit geben, um den Körper nachzuspüren. Habe ich Hunger oder ist es Lust? Bin ich satt? Diesem Gefühl dann auch Glauben zu schenken, obwohl alle drei Nachbarn etwas anderes sagen.»

«Unser Körper ist nicht unser Feind»

In der heutigen Gesellschaft wird stark in einem Schwarz-Weiss-Muster gedacht: Das darf man nicht essen, das macht dick, ist ungesund oder davon sollte man mehr essen. «Dieses Denken verwirrt und verunsichert», erklärt die ernährungspsychologische Beraterin.

Die Ernährung ist etwas sehr Individuelles. Jeder hat seinen Bedarf. «Wichtig ist eine breite Auswahl.» Wird auf vieles verzichtet, können Mankos entstehen. Nur weil irgendjemand eine Menge von etwas empfiehlt, heisst das nicht, dass es für jeden passend ist. Sogar wenn man zwischendurch mal Fast Food esse, ein gesunder Körper sei genug stark, um auch das zu verstoffwechseln. «Unser Körper ist clever. Er ist nicht unser Feind!»

Das Organ, das am meisten Kohlenhydrate benötige, sei unser Gehirn. Wenn es dort zu einem grossen Manko käme, dann könne das Organ anfangen, zu «hypern». Dann macht sich starke Lust auf Süsses breit und das kann in richtigen Attacken ausarten. «Das Hirn ist wie eine Maschine und Kohlenhydrate sind wie das Benzin. Gibt man der Maschine zu wenig Benzin, fackelt sie nicht lange.»

Mediterrane Küche gilt als die gesündeste

Dass manche Völker grundlegend glücklicher sind, weil gewisse Lebensmittel täglich auf ihrem Speiseplan stehen, daran glaubt die ernährungspsychologische Beraterin nicht. «Sie fühlen sich vielleicht gut, weil sie Zugang zu genügend lokale und saisonale Lebensmittel haben.» Ihre Esskultur entspricht ihren lokalen Möglichkeiten.

Die mediterrane Küche gilt immer noch als die gesündeste. Aber dort macht es vor allem die Zusammensetzung: «In Italien gibt es zuerst den Primo, der beispielsweise aus einer kleinen Portion Pasta besteht. Dann folgt der Secondo, die Hauptspeise, die beispielsweise aus einem Stück Fleisch, Gemüse und Salat besteht.» Dass man in unserem Nachbarland jeden Abend riesen Pizzas schlemmt, wird hierzulande fälschlicherweise oft geglaubt. «Im Endeffekt ist es das Zusammenspiel. Jedes im Essen enthaltene Nährstoff hat seine eigene Funktion.» Daher ist es so wichtig, dass man auf eine ausgewogene Ernährung achtet.

Rituale rund ums Essen

Rituale rund ums Essen sind für uns Menschen von grosser Bedeutung. «Wir brauchen Rituale, schon als Babys brauchen wir sie. Sie geben uns ein Gefühl der Sicherheit», sagt die ernährungspsychologische Beraterin. In Sachen Essen sei unter anderem der Rhythmus wichtig, in welchen Abständen man esse. «Das bringt Ruhe in den Alltag.»

Ebenso wichtig seien auch das Esstempo, die Zeit, die man sich zum Essen nimmt, der Ort, an dem gegessen wird oder wie man sich überhaupt fühlt. Ein kranker Mensch isst laut der Expertin anders, als ein gesunder Mensch. «Lassen wir immer wieder eine Mahlzeit aus oder nehmen wir uns nur kurz Zeit, um zwischen zwei Zügen im Gehen was reinzuhauen, kann sich das auf Dauer negativ auf das Glücksgefühl auswirken.»

Ärger in der Familie? Stress im Beruf? Essen Sie sich einfach wieder glücklich – mit «Mood-Food». Hinter dieser neuen Zauberformel steckt die Erkenntnis, dass Essen nicht nur satt macht, sondern auch als Seelentröster dienen kann.

Es muss nicht immer Schokolade sein. Die folgenden Lebensmittel sind gesund und machen glücklich.

Gute-Laune-Lebensmittel können wirklich jede Menge: Sie machen glücklich, schmecken hervorragend und sind gesund. Fast Food und industriell hergestellte Lebensmittel sind oft nährstoffarm und ungesund. Sie begünstigen Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Übergewicht und Konzentrationsstörungen sind weitere negative Auswirkungen. Mit den richtigen Lebensmitteln kann man sich nicht nur gesünder ernähren, sondern auch glücklicher werden.

Gesetzt wird dabei auf eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung. Unzählige Bakterien in der Darmflora sorgen für einen funktionierenden Körper. Verzehren wir zu viel Fast Food, geraten die Bakterien ins Ungleichgewicht. Entzündungen, Depressionen und sogar psychische Störungen können die Folge sein

Natürlich brauchen Sie auf Pommes frites und Pizza nicht vollständig zu verzichten, die Darmflora kann kleine Sünden verzeihen. Es kommt immer auf die Gewichtung an. Sie sollten überwiegend Lebensmittel essen, die viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten. Auch Aminosäuren und Omega-3-Fettsäuren gehören dazu. Sie schützen vor freien Radikalen und unterstützen die Übermittlung von Serotonin, Dopamin oder Endorphin. Kurz, alle zusammen sorgen für Glücksgefühle und steigern die Leistungsfähigkeit.

9 Lebensmittel, die glücklich machen

Vollkornprodukte, Beeren und Nüsse sowie Fisch und frische Meeresfrüchte sollten auf Ihrem Speisezettel stehen. Am besten bereiten Sie alles mit Rapsöl zu. Auf diese Weise können Entzündungen, Herzerkrankungen und Diabetes vorgebeugt werden. Verwenden oder kombinieren Sie die Lebensmittel mit Hülsenfrüchten, sie sind gut für Körper und Geist.

1. Bananen

Aus der Kategorie Obst sticht deutlich die Banane hervor. Bananen sind süss und wahre Alleskönner. Sie zählen nicht grundlos zu den beliebtesten Obstsorten. Der hohe Anteil an Vitamin B6 verringert Erschöpfungszustände. Der hohe Anteil an Tryptophan in der Banane kurbelt die Produktion von Glückshormonen im Gehirn an.

2. Spargeln

Im Frühjahr freuen wir uns auf Spargel. Das frische Stangengemüse steckt voller Vitamin B. Dieses Vitamin ist für das Nervensystem wichtig. Ausserdem enthalten Spargeln Nährstoffe wie Vitamin A, C, K, Folsäure und Kalium. Für Glücksgefühle und positive Emotionen sorgen Mangan und Kupfer.

3. Avocados

Avocados sind ebenfalls super gesund. Die Früchte sind reich an gesunden Fetten. Tryptophan, Vitamin B6 und reichlich Folsäure können vom Körper in Serotonin umgewandelt werden. Gute Laune ist damit quasi programmiert. Das Fruchtfleisch lässt sich wunderbar in einen Brotaufstrich verwandeln. Hierzu wird das weiche Innere mit einer Gabel zu einer breiigen Masse zerdrückt und mit einer kleingehackten Zwiebel, Pfeffer und Salz verfeinert.

4. Reis und Paranüsse

Naturreis und Paranüsse enthalten viel Selen und Magnesium. Diese Vitamine wirken bei Stress, Niedergeschlagenheit und Erschöpfung.

5. Walnüsse

Walnüsse schmecken hervorragend und sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Sie unterstützen die Gehirnfunktion und können Depressionen entgegenwirken. Die leckeren und nahrhaften Walnüsse sind echtes Nervenfutter.

6. Randen

Zu den Klassikern des Happy Foods gehören auch Randen. Die darin enthaltene Folsäure hilft, Depressionen zu verringern. Müdigkeit und Schlaflosigkeit können ein Anzeichen eines Folsäure-Mangels sein. Das Betanin in den Randen ist für die rötliche Färbung verantwortlich und regt im Körper die Serotoninbildung an.

7. Leinsamen

Verfeinern Sie Ihr Müesli oder Ihr Joghurt mit Leinsamen. Leinsamen sind wahre Alleskönner und reich an Lignanen. Sie wirken hormonausgleichend und regen die Verdauung an. Die Omega-3-Fettsäuren in Leinsamen wirken sich positiv auf Körper und Geist aus.

8. Zwiebeln

Ohne die Zwiebel geht nichts. Ganz gleich, ob Saucen, Salate oder Fleischgerichte, dieses Gemüse verleiht jedem Gute-Laune-Essen die besondere Note. Zwiebeln helfen bei Magen-Darm-Erkrankungen und heben die Laune.

9. Aprikosen

Auch Aprikosen haben es in sich. Egal, ob frisch oder getrocknet, sie wecken Glücksgefühle. Dafür verantwortlich ist die Aminosäure Tryptophan. Sie wird im Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt. Müdigkeit, Abgespanntheit und Verstimmungen werden reduziert. Das umgewandelte Vitamin B3 hilft bei Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Konzentrationsstörungen.

 


© Suuretaler Metzgli

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