Exotischer Scharfmacher

Der feurige Ingwer hat in Windeseile unsere Küchen erobert. Ob frisch, getrocknet oder kandiert: Heute verfeinert das göttliche Feuer alles – vom Chutney über die Suppe bis zum Kuchen.

Ingwer gibt’s in allen Variationen, und er passt zu vielen Aromen

Mit der Ayurvedalehre wurde die Wurzel bei uns bekannt, und ihr kometenhafter Aufstieg eroberte in den letzten Jahren unsere Küchen. Streng genommen ist Ingwer gar keine Wurzel, sondern ein Rhizom, ein Wurzelstock. Ingwer mit dem leicht scharfen, blumigen bis zitronigen Geschmack wird weltweit in Ländern mit tropischem Klima angebaut: An der Spitze sind Indien mit 380'000 Tonnen und China mit 330'000 Tonnen.

Zu kaufen gibt es neben der frischen Wunderknolle eine grosse Auswahl an Ingwerprodukten, wie etwa Ingwerpulver, eingelegter Ingwer zum Sushi (Gari), kandierte Ing­wersüssigkeiten und natürlich Ingwertee, Ginger Ale, Chutneys oder Sirup. Fantastisch schmecken Ingwerkonfitüre, Reis mit Ingwer. Jedes selbst gemachte Chutney bekommt durch etwas Ingwer eine spezielle Note. Er verfeinert ebenso Suppen wie exotische und asiatische Eintöpfe und Currys. Ingwer harmoniert besonders gut mit Caramel, Honig, braunem Zucker, Rahm und Gewürzen wie Kardamom, Pfeffer, Sternanis, Muskatnuss oder Zimt.

Die faserige Knolle enthält unzählige positive Wirkstoffe und einen hohen Anteil an ätherischen Ölen. Das wichtigste ist das Gingerol, das chemisch dem Aspirin gleicht. Aus diesem Grund, behaupten Forscher, wird der Blutfluss gefördert. Zudem soll Ingwer leicht antibakteriell wirken und bei Migräne, Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Unruhezuständen helfen.

Ich selbst schwöre bei triefender Nase, Gliederschmerzen und belegter Stimme auf heissen Tee mit feinen Ingwerscheiben und einem Teelöffel Honig. So ein Tässchen Tee reizt die Nerven im Magen. Dadurch breitet sich ein wohliger Hitzeschub im ganzen Körper aus. Gemäss den Chinesen soll Ingwer auch als Heissmacher der erotischen Art wirken, denn sie schwören seit Jahren auf seine aphrodisierende Kraft. Wie ich schon sagte, ein wunderbarer Scharfmacher der Extraklasse!

Ingwertee

Ingwertee lässt sich ganz schnell selbst zubereiten. Schneiden Sie etwa 60 g frischen Ingwer in Stifte oder feine Scheiben und geben diese in eine Teekanne. Mit heissem Wasser übergiessen und je nach Intensität zwischen fünf und zehn Minuten ziehen lassen. Ingwertee wärmt von innen und die ätherischen Öle vertreiben Schnupfen und befreien die Nase.

Ingwerpulver

 

Das getrocknete Pulver findet in Brot, Gebäck, Kuchen, Bonbons und natürlich als Gewürz Verwendung. Ein wenig Ingwerpulver über ein Früchtekompott gestreut bringt Abwechslung für den Gaumen oder verleiht Lamm, Ente und Gans einen Hauch von zitroniger Frische.

Kandidierter Ingwer

 

Kandierten Ingwer können Sie fixfertig kaufen. Er eignet sich bestens zum Naschen für zwischendurch oder zum Backen. In Indien oder Sri Lanka wird er zu ungezuckertem Tee genossen.

Eingelegter Ingwer

In Essig eingelegter Ingwer wird in Japan als Gari bezeichnet. Man serviert ihn neben Sojasauce und Wasabi stets als Beilage zu Sushi. Man sollte die eingelegten Ingwerscheiben zwischen den verschiedenen Sushis essen, um den Geschmack zu neutralisieren.

 


© Suuretaler Metzgli

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